Erfahrungen an Bord mit
der Antenne MX 137 (modifiziert, ohne Vorverstärker),
dem Empfänger R2FX,
einem Labormuster-Empfänger ( Vorläufer des APT-06, Fa. V. Wraase) und
der SW WXtoImg

Umwelt:
Satellitenempfang in vielen Häfen im Gebiet Westl. Ostsee
und mehr als 2 Monate im Seegebiet Westl. Ostsee bis Rügen.
Empfangen wurden NOAA 15, 17 u. 18.

MX 137 (mod.)
Die Antenne ist am Heckkorb in ca. 70cm Höhe montiert (Bild1).
Eine geringere Höhe (ca. 30 cm) funktionierte genau so gut.
Das Kabel (RG 58) zu den Empfängern ist ca. 10 m lang.
Die Strahlerelemente sind flexibel, bei verunglückten Anlegemanövern
bleibt die Antenne heil.

In den Häfen gab es kleine Rauscheinbrüche, besonders im Gebiet
Mittelitalien. Das eigentliche "Nutzgebiet" Südskandinavien bis Norditalien
mit den Seegebieten Nordsee und Ostsee war stets ohne sichtbares Rauschen.
Bei Durchgängen westlich von England und östlich des Bottnischen Meerbusens
war der Empfang ab ca. 40° N bis ca. 60° N mittel bis gut. Davor und danach nahm
das Rauschen schnell zu. Wer an See- und Landgebieten "weitab" interessiert ist,
sollte daher über die Montage der Antenne im Masttop ggf. mit Verstärker nachdenken.

Auf See gab es nur elevationsbedingtes Rauschen (Bild 2)

Die im Masttopp montierte Seefunkantenne war der MX 137 (mod.) im Hafen und
auf See bedingt durch ihren Strahlungscharakeristik deutlich unterlegen.
D.h. immer wieder Rauscheinbrüche, die besonders im "Nutzgebiet" sehr störend
waren.

Fazit: Die MX 137 ist auch ohne Vorverstärker für den Betrieb auf kleineren Booten
optimal geeignet.

Empfänger R2FX
Das Empfangsverhalten ist im Hafen und auf See untadelig. Besonders in den
Häfen ist allerdings ein unbeaufsichtigter automatischer Scanbetrieb nicht sinnvoll.
So blieb der Empfänger fast immer auf irgendwelchen Störsignalen aus dem Fährhafen
Puttgarden oder von anderen Booten (Navigationsgeräte) "hängen". Das ist an Bord nicht
weiter tragisch, da zumindest auf See ohnehin erst kurz vor dem Satellitendurchgang
eingeschaltet wird.
Es fehlt ein Ausschalter. Auch wenige mA unnötige "Dauerlast" sind an Bord zu vermeiden.
Außerdem ist das ständige Anliegen des Rx-Rauschens am Rechner zuweilen störend.

Labormuster-Empfänger
Der Empfänger ist ein reiner Scanner für uml. Wettersatelliten, der nur bei Anwesenheit eines
Satellitensignals
den Scanbetrieb unterbricht. Das tut er allerdings sehr zuverlässig. Er
ist in dem nunmehr 2-monatigem Betrieb nicht einmal "falsch" eingerastet.
Einziger Nachteil: Wenn sich z.B. NOAA17 u.18 zeitlich überlappen, wird nur der zeitlich erste
Satellit vollständig empfangen. In der Praxis spielt das, weil es relativ selten vorkommt
und beide Satelliten für uns meistens das Gleiche zeigen, keine Rolle.
Ansonsten ist das Empfangsverhalten im Hafen und auf See ebenfalls untadelig.
Auch hier fehlte ein Ausschalter, ist ja aber auch nur ein Labormuster.
Da ein entsprechendes Loch vorhanden war, wurde ein Schalter eingebaut.

SW WXtoImg
Bei diesem Superprogramm ist vor allem folgendes zu beachten:
Die Uhrzeit des Rechners sollte mindetens sekundengenau stimmen.
Die Keplerdaten sollten nach 3 Wochen erneuert werden.
Da viele Häfen heute WLAN haben, ist das kein Problem. Sonst funktioniert zwar
noch alles, aber das Kartenoverlay verschiebt und dreht sich etwas.
Die Audio-Aussteuerung sollte zwischen 50% und 60% liegen, nur dann sind z.B. die
Oberflächentemperaturen ablesbar.

Bild 1
Bild2